Industrie erkennt Handelsstärke


Der Erfolg von Deldo setzte sich nach 2004, dem erfolgreichsten Jahr in der Firmengeschichte , auch 2005 fort. Besonders im Lkw-Segment und in den Ultra-High-Performance-Grössen legte der Belgische Parallelhändler immens zu. Patrick Van Meel, verantwortlich für den verkauf Deutschland und John De Pauw, verantwortlich für den Verkauf Schweiz und Österreich erklären den Siegeszug von Deldo.

GB: Wie sind Sie mit dem Ergebnis 2005 zufrieden?
Deldo: Deldo erzielte in 2004 bis dato das beste Ergebnis der Firmengeschichte. Das ungebremste Wachstum in den letzten zehn Jahren hat uns bei unserer Prognose für 2005 vorsichtig werden lassen.Dennoch bestätigen unser Zahlen für das vergangene Jahr erneut Rekord-Umsatz und Gewinn. Darauf sind wir besonders stolz. Obwohl der Markt im Sommer nicht ganz so erfreulich verlief, verzeichneten wir über das ganze Jahr hinweg ein Plus. Bei Winter- und Ganzjahresreifen erziehlten wir erhebliche Mengenverbesserungen.Noch nie haben wir so viele Reifen verkauft, noch nie waren am Ende der Saison die Lager so leer. Auch bei unseren Private Brands Roadstone und Wanli haben wir sowohl im Sommer als auch im Winter Mengen und Umsatz verbessert.

GB: Haben Sie Umsatz und Ertrag verbessern können?
Deldo: Ja, der Umsatz hat um die 10% zugenommen.

GB: Welche Reifensegmente haben zugelegt, welche haben Anteile verloren?
Deldo: Deldo hat in 2005 deutlich in folgende Segmenten gewonnen:

GB: Haben Sie feststellen können , dass sich die Dimensionen in Richtung höhere Zollzahlen bewegen?
Deldo: Es ist klare Markttendenz , dass die grössere Bereifung (mit höheren zollzahlen) wächst und Anteile gewinnt. Das ist auf zunehmende Tuning-Möglichkeiten und grössere Erstausrüstungsdimensionen zurückzuführen. Dies spüren wir : sowohl in unseren Eigenmarken (Roadstone und Wanli) wie auch bei den Markenreifen. Auch die Industrie erkennt diese Tendenz, und reagiert darauf mit erhöhter Produktion in dieser Bereifung. Für die Hersteller macht das auch Sinn: Sie können mit Breitreifen – wie der Handel auch –mehr Geld verdienen.Dadurch werden von der Industrie aber im Kleinreifen-Segment Engpässe kreiert. Davon profitieren wir letztlich. Wir suchen auf der ganzen Welt interessante 13-14-15-Zoll-Reifen  und füllen so das “europäische” Loch aus, das von anderen Marktplayeren ignoriert wird. Wir machen für unsere Kunden und uns eine “Win-Win-Situation” daraus.

GB: Wie läuft der Absatz in den kleineren Dimensionen?
Deldo: Die Industrie verursacht für dieses Segment Engpässe, da sie sich immer stärker auf den Breitreifen ausrichtet. Dank der weltweiten Beziehungen die Deldo hat, kann man aber auch im kleineren Bereich die bestmögliche Verfügbahrkeit garantieren (sowohl in Budget wie auch in Premium). So kann sich der Absatz auch in diesem Bereich positiv entwickeln. In Grossbritannien , Deutschland , Schweiz, Österreich und Belgien werden die UHP- und grosse Offroad-Reifen immer wichtiger. Diese Entwickelung ist deutlich zu spüren. Man darf aber nicht vergessen , dass in einigen europäischen Ländern (Frankreich, Italien, Spanien, Holland) kleinere Reifen  immer noch einen Grossteil des Marktes einnehmen, da es dort mehr Kleinwagen gibt.

GB: Wie wichtig sind bei Ihnen Internet-Bestellungen?
Deldo: Internet im Reifenhandel hat sich in den letzten zwei Jahren in den Ländern stark entwickelt, in denen es vor vier bis fünf Jahren begonnen hat. Dafür stehen: Deutschland, Österreich und Benelux. Dafür gibt es zwei Gründe

Auch wir stellen diese Entwicklung ganz klar fest. Bei uns nehmen die Internetbestellungen deutlich zu, sowohl für Expressdienst-Lieferungen als auch für grössere Bestellmengen, die frachtfrei ausgeliefert werden. Die Kundschaft hat um unsere Professionalität und Fähigkeit anerkannt , sodass sie immer mehr bereit ist , diesen Bestellweg zu wählen. Der immer mehr empfindliche reagierende Kunde erwartet von uns einen besseren und schnelleren Service fürs gleiche Geld.

Wir wissen , dass das ganze System auf allen Niveaustufen ständig verbessert werden muss, deshalb entwickeln wir kontinuierlich unser Bestellprogramm, unsere Lagerung und den Versand. Sinn und Zweck: Wir wollen so die beste Leistung garantieren. Es ist aber klar, dass das Internet die persönliche Beziehung nicht ersetzt. Wir wollen auf den direkten Kundenkontakt nicht verzichten. Jeder Händler hat überigens spezifische Wünsche und diese wollen wir reagieren. Das ist über das Internet nicht möglich. Persönliche Beziehungen sind unsere Stärke. Beim Reifenhandel in den restlichen Europa-Ländern befindet sich das Internet noch nicht auf dem gleichen Niveau wie in den Benelux-Ländern , Deutschland, Schweiz , Österreich und Grossbritannien. Aber auch in Resteuropa ist die fortschreitende Entwicklung zu spüren.

GB: Welche Marken vermarkten Sie exklusiv?
Deldo: Deldo besitzt zwei eigene Lizenzmarken: Minerva und Fortuna. Wir führen Minerva schon seit vielen Jahren. Die Marke steht klar für beste Qualität zu konkurrenzfähigen Preisen. Die Marke Fortuna ist seit 2005 neu. Sie richtet sich auf das Ultra High Performance-Segment im Budgetbereich aus. Deldo arbeitet mit diesem Fabrikat in verschiedenen Ländern mit strategischen Partnern zusammen, um starke Unterstützung im Servicebereich geben zu können.
Wir können mit Stolz sagen , dass alle unsere Partner sehr zufrieden waren und die Verbindung gerne und noch intensiver weiterführen werden. Wir besitzen neben diesen zwei Marken die Exklusivrechte in der Europäischen Union , Ost- Europa und Russland für die Fabrikate Wanli und Sunny, weiterhin für den Hauptteil der Eurowin-Grössen.

GB:Auf Welche Marken konzentrieren Sie sich vornehmlich?
Deldo: Die Stärke von Deldo ist, dass alles unter einem Dach zu finden ist, sowohl ständige Hauptfabrikate wie auch alternative Ausweichmöglichkeiten. Der “Market Demand” ist gar nicht so eindeutich, nur mit dem breitesten Sortiment können wir jeweils die richtige Antwort bieten. Dadurch erreichen wir den ganzen Markt und profitieren davon letztlich. Konkret bedeutet das: Wir führen rund 40 Marken ständig in strategischer Weise, wir bündeln unsere Kräfte nicht hauptsächlich in einer Marke. Anderseits ist es klar, dass vor allem bei den Eigenmarken die “richtigen” Stückzahlen zusammenkommen. Deldo ist froh , dafür mit den besten Partner zusammenzuarbeiten. Unsere Roadstonen- und Wanli-Reifen verkaufen wir jährlich mit 3.000.000 stück. Es gibt mittlerweile viele exotische Hersteller auf dem Europäischen  Markt, jedoch erfüllen nur einige wenige die erforderlichen Kriterien.
Unsere Partner sind jetzt schon zwischen fünf und zehn Jahren auf dem EU-Markt aktiv. Sie kennen auch mit unserer Hilfe den Markt besser und besser.Sie wissen um den wichtigen Einfluss von Qualität , Sortiment (Grössen) und Profil. Aufgrund dieser Erfahrung und Bereitschaft, sich ständig zu verbessern , unterscheiden sich diese Fabrikate von denen, die kaum eine Chance in Europa besitzen.

GB: Wie bewerben  Sie diese Marke?
Deldo: Wie gesagt, wir richten uns nicht auf eine Hauptmarke aus. Unser Ziel ist es , jedem Kunden das anbieten zu können, was für ihn von Interesse ist. Dass erreichen wir durch den guten persönlichen  Draht mit dem Kunden. Der Kunden definiert seine Wünsche, wir erfüllen sie. Das ist unsere Kommunikationsphilosphie.

GB: Werden Sie auf Reifenmesse vertreten sein?
Deldo: Die Reifenmesse in Essen ist 2006 das wichtigste Event für uns. In Essen trifft sich internationale Branche an einem Ort. Wir fühlen uns verpflichtet, dabei zu sein. Unser Stand ( 404)  steht in der Halle 2. Wir haben 140m² gebucht. Täglich stehen minimal 20 Mitarbeiter den Besuchern und Kunden zur Verfügung.

GB: Ist es für Sie schwieriger geworden A-Marken zu beziehen?
Deldo: Der Markt bewegt sich ständig, damit verändern sich auch die Einkaufsquellen. Gab es früher im Land X billige Michelin-Reifen, dann muss man diese jetzt im Land Y suchen. Die Industrie versucht , ständig herauszufinden,woher der Parallelhandel die Markenreifen bezieht. Dort gehen dann die Preise - selbst bei Vermutungen – in die Höhe. Die Industrie muss aber ihre enormen Stückzahlen an den Mann bringen. Kein Fabrikat is stark genug , um überall die Preise zu erhöhen. Wir müssen darum all unsere Kenntnisse, Erfahrungen und Beziehungen nutzen, um unsere Einkaufskanäle zu sichern. Hinzu kommt dass sich die Industrie der Starke des Handels bewusst und deshalb auch bereit ist, mit ihm immer mehr Geschäfte zu machen. – nach dem Motto : “If you can’t beat them , join them”. Wir stehen einer solchen Zusammenarbeit schon länger offen , es entstehen mittlerweile mehrere interessante Partnerschaften. Wir können A-Marken gut einkaufen.

GB: Welches sind Ihre wichtichsten Märkten?
Deldo: Für fast jedes EU-Land besitzt Deldo ein eigenes Sales-Team. Jedes Land und Team is für Deldo wichtig. Die grössten Absatzmärkte sind: Belgien + Luxemburg, Niederlände, Frankreich, Deutschland, Schweiz, Österreich, Spanien, Italien, Dänemark, Grossbritannien, Skandinavien und neue EU-Länder.

GB Belieferen  Sie auch die Autohäuser direkt?
Deldo: Die Autohäuser sind nicht die Deldo-Zielgruppe, aus dem einfachen Grund, dass die meisten  nur kleine Mengen Reifen abnehmen  können oder wollen. Unsere Kunden sind nicht die kleinsten Händler, sondern grosse und mittelständische Vermarkter. Deshalb sprechen wir die Autohändler nicht an.